Sinnesmaterial

 

Vor knapp 100 Jahren hat die bekannte Reformpädagogin Maria Montessori das sogenannte „Sinnesmaterial“ entwickelt, ein Lernmaterial, das heute weltweit in pädagogischen Einrichtungen sehr erfolgreich eingesetzt wird.

 

Das Sinnesmaterial lässt sich grundsätzlich in zwei verschiedene Kategorien gliedern:

 

Zum Einen entwickelte Maria Montessori Material, das die fünf Sinne Sehen (visuelle Wahrnehmung), Hören (auditive Wahrnehmung), Riechen (olfaktorische Wahrnehmung), Schmecken (Gustatorische Wahrnehmung) und Tasten (Haptische Wahrnehmung) bei Kindern schulen soll. Gut ausgebildete Sinne sind eine elementare Voraussetzung, um ein selbstbestimmtes, sicheres Leben führen zu können. Mit den Sinnesmaterialien zur Schulung der Sinne lernen Kinder spielerisch und mit viel Freude.

 

Zum Zweiten setzt Montessori in einer weiteren Kategorie an Sinnesmaterial die Sinne als „Lernhilfe“ ein. Bei dieser Lernmethode geht sie von einen ganzheitlichen Lerneprinzip aus. Laut Montessori lassen sich auch intellektuelle Wissensinhalte am besten und dauerhaftesten früh und durch „Be-Greifen“ erlernen: durch anschauliches, schönes und buntes Lernmaterial wird dieser Ansatz in die Tat umgesetzt. Es gibt außerdem verschiedene Lerntypen. Der „herkömmliche“ pädagogische Ansatz ist in erster Linie intellektuell geprägt und entspricht aber nicht allen Lerntypen, sodass einige Kinder mit anderer Veranlagung, die z. B. hauptsächlich über die Sinne lernen, schlechtere Leistungen erbringen, obwohl eigentlich nur die passende Förderung fehlt. Hier schließt das Sinnesmaterial ganz sicher eine wichtige Lücke.

 

Mit Sinnesmaterialien können in einem sehr frühen Altern schon Inhalte vermittelt werden, die eigentlich erst später „auf dem Lehrplan“ stehen. Mit den Sinnen zu lernen bedeutet, spielerisch zu lernen. Wissen prägt sich tief ein und ebnet den Weg für späteres, erfolgreiches Lernen.

 

Montessori-Sinnesmaterialien zur Schulung der Sinne

 

Zu den Montessori-Sinnesmaterialien zur Schulung der Sinne gehören beispielsweise die Geräuschdosen zur Schulung des Gehörsinnes oder die Geruchsdosen zur Schulung des Geruchssinnes, beides sehr einfach und dabei genial konzipierte Materialien: Die Geräuschdosen sind paarweise mit Materialien befüllt, die sich im Geräusch sehr deutlich unterscheiden, wenn sie geschüttelt werden. So sollen die Dosen durch „Lauschen“ beim Schütteln paarweise einander zugeordnet werden. Die Geruchsdosen sind ebenfalls mit Materialien befüllt, die diesmal einen starken Eigengeruch haben. Auch hier sollen die Dosen wieder paarweise einander zugeordnet werden, diesmal durch Riechen, also durch den Geruchssinn.

 

Die Sinnesmaterialien schulen die Sinne und erweitern und festigen zusätzlich auch den Wortschatz. Weitere Sinnesmaterialien zur Schulung der Sinne sind unter anderem zum Beispiel die Geschmacksfläschchen zur Schulung des Geschmackssinnes und die Farbtäfelchen zur Schulung des Sehens bzw. der Farben.

 

Montessori-Sinnesmaterialien: Lernen über die Sinne

 

Maria Montessori hat eine ganze Reihe von Sinnesmaterial entworfen, mit dem Lernen bestimmter Lerninhalten unter Einbezug eines oder mehrere Sinne erfolgt. So werden dem Kind beispielsweise elementare geometrische Körper in Form von schönen, dreidimensionalen, blau lackierten Holzklötzen zur Verfügung angeboten, und es lernt schon früh, wie sich geometrische Formen anfühlen und wie sie aussehen. Dies setzt einen Grundstein für spätere, komplexere Informationen, und macht Lernen harmonischer und einfacher. Ein weiteres Beispiel für diese Art der Sinnesmaterialien sind Wärmeleittäfelchen, mit Hilfe derer Kindern elementarste physikalische Inhalte vermittelt werden: Temperatur und Wärmeleitfähigkeit verschiedener Materialien werden ganz plastisch durch schöne, greifbare Täfelchen verschiedenen Materials dargestellt und vermittelt. Montessori hat sehr vielfältige Sinnesmaterialien entwickelt, die teilweise auch komplexere Lerninhalte vermitteln.